Die Yachtfinanzierung läuft ähnlich ab wie die Finanzierung eines PKW: Der Interessent teilt der Bank den Kaufpreis, Details des zu erwerbenden Objekts sowie die angestrebte Laufzeit des Kredits mit und erhält – unter Berücksichtigung seiner Bonität – von der Bank ein für ihn passendes Angebot.

Unterschiede gibt es allerdings im Hinblick auf die Formalitäten, die der Kreditnehmer für die Erstellung eines Finanzierungsangebots erledigen muss. So benötigen einige Banken von dem Kreditnehmer bereits im Vorfeld eine sehr detaillierte Objektbeschreibung, da sie eine eigene Wertermittlung des Bootes durchführen. Der Grund hierfür ist, dass diese Institute nicht den gesamten Kaufpreis des Bootes finanzieren, sondern nur einen Teilbetrag (in der Regel bis zu 70% des Kaufpreises). Es kann zudem notwendig sein, dass der Bank ein Gutachten eines anerkannten Sachverständigen über den Wert des Bootes vorgelegt wird. In diesen Fällen entscheidet die Bank erst dann, wie hoch der von ihr finanzierte Betrag tatsächlich ist. Mitunter, insbesondere wenn es sich um Gebrauchtboote älteren Baujahres oder weniger gebräuchliche Boote handelt, handhaben es einige Institute auch so, dass sie eigene bzw. von ihnen beauftragte Sachverständige den Wert des zu finanzierenden Bootes schätzen lassen.

Des Weiteren benötigt die Bank Auskünfte zum Liegeplatz sowie aktuelle Fotos des Bootes. Wünschenswert ist, dass die Bank auf diesen die Rumpfnummer erkennen kann. Auch möchte die Bank die Rechnung des Bootes (sofern vorhanden) und den ausliefernden Händler mitgeteilt erhalten.

 

Darüber hinaus sind der Bank das sog. „Builders’s Certificate“ und ggf. vorhandene vorherige Rechnungen beziehungsweise sog. „Bill of Sale“ vorzulegen. Letzteres ist notwendig, damit die Bank die – besonders bei Gebrauchtbooten wichtige – lückenlose Eigentumskette nachvollziehen kann. Für eine Angebotserstellung kann der Kreditnehmer die genannten Unterlagen der Bank zunächst in Kopie einreichen – bei Vertragsschluss muss er sie jedoch im Original vorlegen. Diese verbleiben bis zum Auslaufen des Vertrages bei der Bank und werden anschließend an den Kreditnehmer zurückgegeben.

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Qualität und Leistung für langjährigen Bootsspaß

Bei der Sicherung des Kreditbetrags gehen die Banken üblicherweise zwei Wege: Entweder über eine Sicherungsübereignung des finanzierten Bootes oder durch Eintragung einer Hypothek in das Schiffsregister. Die Frage, welches Sicherungsmittel eine Bank verwendet, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Eine Sicherungsübereignung kommt meistens nur für Boote in Frage, die ein bestimmtes Finanzierungsvolumen nicht überschreiten (z. B. 100.000,00 €), die eine deutsche Flagge führen und deren Liegeplatz sich in Deutschland befindet.

Nur wenn diese Kriterien erfüllt sind, kann die Bank davon ausgehen, über eine für den ausgelegten Kreditbetrag gesicherte Rechtsposition zu verfügen, die ihr erlaubt, im Sicherungsfall ohne weiteres auf das Boot zugreifen zu können. Für alle anderen Finanzierungen wird das Boot mit einer Hypothek in Höhe des Kreditbetrags (zzgl. Zinsen) zugunsten der Bank belastet. Hier ist es natürlich erforderlich, dass das Boot zuvor in ein Schifffahrtsregister eingetragen wird, wobei die Eintragung des Bootes und der Hypothek Hand-in-Hand gehen können. Für die Vornahme dieser Eintragungen ist es seitens des Kreditnehmers erforderlich, einen kundigen Notar zu beauftragen, der in Zusammenarbeit mit der Bank die notwendigen Formalitäten erledigt. Dessen Kosten sowie die Kosten für die Eintragungen sind in der Regel von dem Kreditnehmer zu tragen.

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